| 02.03.2011 | Fortsetzungsroman 1/44 | « vorherige | nächste » |
Von historischen Socken und den usbekischen Hochebenen
| von Prof. Dr. Maximilian Wirr |
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Ich glaube ich bin das, was man einen verrückten Professor nennt. Das sagt jedenfalls meine Frau. Und sie hat eigentlich immer Recht. Als ehemaliger Universitätsprofessor verbringe ich viel Zeit mit Büchern und Aufsätzen. Dass ich jetzt pensioniert bin, macht die Sache nicht besser, denn Ruhestand hat ja nicht viel mit Ruhe zu tun. Als nun freischaffender Historiker verspüre ich den Drang, mich Forschungsobjekten anzunehmen, in denen ich historisches Potenzial sehe. Zum Beispiel der umgekehrten Bildargumentation der Kleidung ab 1850. Momentan beschäftigt mich aber noch ein anderes Projekt. Zum 175-jährigen Bestehen der Clientis Bezirkssparkasse Uster hat mich die Bank beauftragt, ihre Geschichte in einem wöchentlichen Beitrag aufzuarbeiten. Ganz klar, dass ich mich dieser Sache angenommen habe. Sicher auch, weil mein 10-jähriger Enkel Paul dazu meinte: voll easy. Ich machte mich also auf die historischen Socken und beschäftigte mich auf meinen Streifzügen intensiv mit der regionalen Bankgeschichte. Ich suchte aber auch Parallelen zum nationalen und internationalen Geschehen der letzten 175 Jahre. So werden Sie in meinen Essays auch erfahren, was die Clientis BSU mit Star Trek oder mit der timuridischen Monumental-Architektur in den usbekischen Hochebenen gemeinsam hat. Sie müssen wissen, ich reise und forsche seit vielen Jahren und kenne daher fast jedes Land auf diesem Globus. Jesses, habe ich mich überhaupt vorgestellt? Maximilian Wirr, 68, emeritierter Professor am Lehrstuhl des historischen Seminars, Abteilung Neuzeit. Vielleicht sind wir uns sogar schon irgendwo begegnet. Da müsste ich jetzt meine Frau fragen. |

